Der Weg zur Einigung: Mediation als Konfliktlösungsverfahren
Konflikte im Arbeitsumfeld sind keine Ausnahme, sondern eine Folge der alltäglich ablaufenden Kommunikationsprozesse, die mal mehr und mal weniger harmonisch ablaufen.
Hierbei spielen nicht selten kognitive und psychologische Komponenten wie Charaktere und Temperamente sowie Vorannahmen und Projektionen, aber auch interpersonelle Dynamiken wie Machtverhältnisse oder inoffizielle Hierarchien eine Rolle. Hier gilt:
„Jede Kritik, jedes Urteil, jede Diagnose und jeder Ausdruck von Wut ist der tragische Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses.“
(M.B. Rosenberg, Psychologe, Mediator und Begründer der „Gewaltfreien Kommunikation“)
Konflikte im Berufskontext können zwischen Mitarbeiter/innen, zwischen Führungskraft und Mitarbeitendem, im Umgang mit Kunden oder externen Kooperationspartnern entstehen.
Je nachdem, wie lange ein solcher Konflikt schon andauert und wie groß sich der Turm an Missverständnissen und fehlender Wertschätzung bereits aufgebaut hat, kann es sein, dass fachliche Unterstützung benötigt wird.
Unter dem Begriff Mediation versteht man ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktlösung, bei dem eine neutrale dritte Person – also der/die Mediator/in – die jeweiligen Parteien dabei unterstützen, selbständig eine einvernehmliche Lösung für ihr Problem oder ihren Konflikt zu finden.
Es gibt fünf wesentliche Merkmale einer Mediation:
- Freiwilligkeit: Alle Parteien nehmen freiwillig teil und können das Verfahren jederzeit abbrechen.
- Vertraulichkeit: Alles, was in der Mediation besprochen wird, bleibt vertraulich.
- Allparteilichkeit: Die Mediatorin oder der Mediator ist neutral und unterstützt alle Beteiligten gleich.
- Eigenverantwortung: Die Parteien finden die Lösung selbst – sie wird nicht von außen vorgegeben.
- Zukunftsorientierung: Der Fokus liegt auf konstruktiven Lösungen, nicht auf Schuldfragen oder vergangenen Verletzungen.
Wie läuft eine professionell moderierte Mediation ab?
Im ersten Schritt wird eingeleitet, indem eine Vorstellung des Verfahrens, die Klärung von Regeln und Erwartungen stattfindet.
Im zweiten Schritt findet eine Themensammlung statt, bei der die Konfliktthemen gemeinsam erfasst werden.
Im Folgeschritt werden die jeweiligen Interessen und Gefühle miteinander geteilt. Dabei tun sich nicht selten unausgesprochene Bedürfnisse hervor.
Im vierten Schritt werden durch gezielte Methoden wie systemische Fragetechniken gemeinsame Lösungsideen gesucht– kreative Ideen und Lösungsvorschläge werden gesammelt.
Abschließend wird ein Kontrakt abgeschlossen, der sowohl verhaltensbezogene als auch strukturelle Aspekte aufgreift.
Wichtig ist hierbei zu beachten:
Ein erfahrener Mediator ist sich darüber im Klaren, dass die Berücksichtigung struktureller Aspekte, worunter beispielsweise die Änderung von Rollen oder zeitlich-organisatorischen Bedingungen fallen kann, unabdingbar ist für eine langfristige Sicherung der Nachhaltigkeit gefundener Lösungswege.
Wenn Sie sich fachliche Unterstützung bei der professionellen Lösung Ihrer Konflikte wünschen oder sich selbst als Mediator/in weiterbilden möchten, begleiten wir Sie gerne auf Ihrem Weg und erstellen ein auf Ihre Situation angepasstes Prozessmodell mit Ihnen.